MALWUT - Künstlerinnengespräch
Fotos:
1-9
Lars Wiedemann
„Wenn die äußeren Handlungsmöglichkeiten immer wieder in Frage gestellt werden, entsteht Wut, die sich aber als Malerei artikuliert“, hat das neunköpfige Kollektiv MALWUT seinen Standpunkt beschrieben.
Dabei reizen die Künstlerinnen „ihre Konzepte aus und suchen die Fragen, nicht die Antworten“, wie Brigitte Werneburg über die Potsdamer MALWUT-Intervention in der Berliner tageszeitung geschrieben hat. Gleichzeitig fänden die Künstlerinnen „immer die Balance zwischen der Wut, dem Über-die-Stränge-Schlagen und der Selbstreflexion, die dem Intellekt gegenüber der Emotion sein nötiges Gewicht gibt.“
Dabei ist MALWUT weder eine klassische Künstlerinnen-Gruppe, noch ein Vermarktungslabel. Das Projekt sucht ein Gegengewicht zum digitalisierten Kunstbetrieb, in dem die schnelle Verfügbarkeit künstlerischer Produkte und die Eingängigkeit online zirkulierender Bilder den Diskurs bestimmt. MALWUT dagegen proklamiert in einem anlässlich der Ausstellung publizierten Text „das langsame, wiederholte, kollektive Schauen“ und einen Dialog auf Gegenseitigkeit. Zum Werk gehöre das Zögern, das ihm vorausging.
So wird das Gespräch nicht nur von den Voraussetzungen und Prozessen des Malens, sondern auch vom Kampf um Dialogräume und die Notwendigkeit analoger Netzwerke handeln. Dabei geht es nicht nur um gemalte Oberflächen, sondern auch um „einen anderen Umgang mit dem Scheitern“. Und um die laufende Ausstellung. Deren Werke, schreibt Werneburg in der taz, „sind höchst unterschiedlich: mal gestisch, mal chromatisch akzentuiert, mal abstrakt, mal figurativ, mal wortreich und mal voller geballter Energie.“ Zusammen stellen sie einen energetischen Zustand dar, der aus konstruktiver MALWUT entstanden ist.
Gespräch am Donnerstg, 23. April 2026, um 18.00 UHR
Mit Maja Drachsel, Helen Hu, Kirsi Mikkola und Anna Steinert
Führung durch die Ausstellung mit Catharina Bonorden und Gerrit Gohlke: 17.00 Uhr
Mehr zur Ausstellung: MALWUT
